09.01.2026

Kernkraft – Lösung oder Kostenfalle?

Atomstrom verursacht hohe Kosten und langfristige Risiken. Die Entsorgung radioaktiver Abfälle erfordert Milliardeninvestitionen, während neue Projekte den Ausbau erneuerbarer Energien verzögern. Nachhaltige Alternativen sind die bessere Lösung für unsere Zukunft.

Die Diskussion um Kernenergie ist aktueller denn je. Wir beleuchten die wichtigsten Argumente für und gegen Atomkraft – kompakt und verständlich.
Post 001-2026 - Homepage 768 x 500 - Kernkraft Kostenfall oder Lösung

Pro & Contra

Das Wichtigste in Kürze

Pro:

  • CO₂-freier Betrieb

  • stabile Stromversorgung

Contra:

  • Hohe Kosten

  • Entsorgungsprobleme

  • lange Bauzeiten

Post 001 - 2026 - Grafik Pro und Contra Kernkraft

Die Kontroverse

Insgesamt zeigt sich: Während Atomkraft im Betrieb CO₂-frei ist und theoretisch für stabile Strompreise sorgt, sind die versteckten Folgekosten – von Bau über Rückbau bis Abfall – so hoch, dass sie eine echte wirtschaftliche Alternative derzeit nicht darstellen.

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Günstiger Strom und Versorgungssicherheit

Kernkraft wird häufig als Weg zu niedrigeren Strompreisen und verlässlicher Grundlast angepriesen. Zahlreiche Stimmen argumentieren, dass Atomenergie langfristig zur Netzstabilität beitragen könnte.

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Klimafreundlich im Betrieb

Da Atomkraftwerke im Betrieb keine CO₂-Emissionen erzeugen, suggeriert die Befürwortung eine umweltfreundliche Zwischenlösung auf dem Weg zu klimaneutraler Energie.

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Überhöhte Strom- gestehungskosten

Atomstrom zählt zu den teuersten Formen der Stromproduktion – mit Kosten von bis zu 49ct/kWh – weit über den Preisen für Wind- und Solarenergie von 4,1-22,5 ct/kWh je nach Anlagentyp, deren Kosten in den letzten Jahren massiv gesunken sind.

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Enorme Entsorgungskosten

Die Aufbereitung und Lagerung radioaktiver Abfälle bis ins Jahr 2100 könnten Gesamtkosten von rund 170 Milliarden Euro verursachen. Diese Last liegt auf den Schultern der Steuerzahler – und ein Endlager ist weiterhin nicht in Sicht.

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Abschaltung ist irreversibel

Anlagen, die sich im Rückbau befinden, können nicht einfach reaktiviert werden – es fehlt das nötige Fachpersonal, die genehmigten Lizenzen, passende Bauteile und Produktionskapazitäten. Der Rückbau ist bereits staatlich beschlossen und wirtschaftlich unumkehrbar.

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Neubauten sind zu teuer und dauern zu lange

Projekte wie Hinkley Point C und Olkiluoto‑3 zeigen drastische Kostenüberschreitungen (z.B. von 3 auf 11 Milliarden Euro) und erhebliche Verzögerungen – teils um ein Vielfaches. Damit liefert Atomenergie keine kurzfristige Lösung für aktuelle Energieprobleme.

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SMRs bieten keine echte Lösung

Auch die als vielversprechend geltenden modularen Reaktoren (SMRs) sind derzeit teuer, wenig erprobt und erzielen Stromgestehungskosten von 213–581US-Dollar/MWh. Ihre Entwicklung ist langwierig – ihr Beitrag zur globalen Stromversorgung bis 2050 bleibt minimal.

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Ressourcenbindung & Ausbremsung der Energiewende

Investitionen in Atomenergie würden Mittel abziehen, die sonst in den Ausbau erneuerbarer Energien, Speicherungstechnologien und Netzmodernisierung fließen könnten. Das gefährdet den beschleunigten Klimaschutz.

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Faktencheck

Auch wenn Atomkraft im Betrieb CO₂-arm ist, zeigen harte Fakten, dass sie langfristig teuer, langsam und unflexibel ist – eine unpassende Option für eine schnelle und nachhaltige Energiewende.

  1. Stromgestehungskosten sind hoch
    Laut EnBW sind die Kosten für Atomstrom mit bis zu 49ct/kWh die teuerste Form der Stromerzeugung – deutlich teurer als erneuerbare Energien. Zum Vergleich: Wind- und Solarenergie von 4,1-22,5 ct/kWh je nach Anlagentyp. Greenpeace bestätigt: Die Gesamtkosten über Lebenszyklus (Bau, Betrieb, Rückbau, Abfall) machen Atomenergie zur kostspieligsten Option.

  2. Rückbau und Atommüll kämpfen mit Milliardenkosten
    EnBW rechnet bis 2100 mit rund 170Mrd.€ Kosten allein für die Entsorgung und Rückbau. Greenpeace warnt zusätzlich vor langfristigen Umweltfolgen durch Uranabbau, Transport und Zwischenlager – Belastungen, die über Generationen wirken.

  3. Neubauten dauern zu lange und sind unplanbar
    Klassische Reaktorprojekte zeigen immer wieder Verzögerungen und Kostenexplosionen. EnBW nennt Projekte wie Hinkley Point C nahe Bridgwater im Südwesten von England als Beispiele für unzuverlässige Zeit- und Kostenplanung. Greenpeace betont, dass Neubauzeiten von 6–8 Jahren üblich sind – und in der Praxis oft noch länger dauern.

  4. Kein schneller Ausweg für die Energiewende
    Die Energiewende braucht schnelle und skalierbare Lösungen. Während Wind und Solar relativ zügig ausgebaut werden können, bleiben Atomkraftwerke träge und teuer. Greenpeace stellt klar: Erneuerbare leisten bis 2030 zehnmal mehr Klimabeitrag als Atomkraft.

Quellenangaben

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